Senat 2020

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  • Senat 2020

    Wanli, 28.08.2019 21:02
    #1

    Wohl einen eigenen Thread wert:

    Die Wahlen zum Senat werden wie schon erwähnt für den zukünftigen Kurs der USA ähnlich wichtig sein wie die Präsidentschaftswahl. Um in dieser Kammer unter einem demokratischen Präsidenten eine Mehrheit zu haben (der Vizepräsident ist ja quasi der 101. Senator), müssten die Demokraten netto drei Sitze erobern.

    Dabei gibt es 12 Senatoren der Demokraten, die sich dem Wählervotum stellen müssen, von denen einer, Jones in Alabama, wohl als klarer Underdog gelten kann, Republikaner hoffen zudem, beim Rennen in Michigan konkurrenzfähig zu sein oder den populären republikanischen Gouverneur von Massachusetts für eine Senatskandidatur dort zu gewinnen, hier ist aber wohl größere Skepsis angebracht.

    Die Republikaner müssen 22 Sitze verteidigen, als ziemlich gefährdet erscheinen dabei drei SenatorInnen in Colorado, Arizona und Maine; ihre Kollegen aus Iowa, North Carolina, Montana (falls Steve Bullock für die Demokraten antritt), mit viel Wohlwollen auch Texas, Georgia und Kentucky könnten ebenfalls unter Druck geraten.

    Nun tut sich eine neue Option für die Blauen auf: Johnny Isakson, republikanischer Senator aus Georgia, wird den Senat Ende des Jahres aus gesundheitlichen Gründen verlassen, die Wahl seines Nachfolgers findet dann am regulären Wahltag im November 2020 statt. Damit muss die GOP in Georgia zwei Senatssitze gleichzeitig verteidigen. Definitiv eine zusätzliche Chance für die Demokraten; ein Wermutstropfen ist allerdings, dass die populärste Demokratin Georgias, Stacey Adams, bereits erklärt hat, nicht kandidieren zu wollen.

    https://thehill.com/homenews/campaign/459116-stacey-abrams-says-she-wont-run-for -georgia-senate

    EDIT

    If they were to win the presidency, with a vice president able to break any tie, Democrats would need to flip three seats on net to take control of the Senate—and since they’re defending a tough seat in Alabama, they realistically need to flip four while holding all the rest. The best opportunities have presented themselves in Colorado, Maine, and Arizona, with others in Iowa, North Carolina, Georgia, Texas, and Kansas considered competitive if much more challenging. A second race in Georgia, against an unelected appointee, could become Democrats’ best opportunity for that fourth seat. Now they just need a candidate.

    https://slate.com/news-and-politics/2019/08/johnny-isakson-stacey-abrams-georgia -senate.html

    EDIT 2

    Recht gute Nachrichten für die Demokraten auch aus Arizona: Ein schwerreicher Republikaner wird in den parteinternen Vorwahlen die ungewählte amtierende Senatorin der GOP herausfordern und gedenkt, viele Millionen in den Wahlkampf zu stecken.

    https://politicalwire.com/2019/08/28/mcsally-gets-a-primary-challenger/

  • Senat 2020: Georgia

    Wanli, 29.08.2019 00:41, Reply to #1
    #2

    Wird vermutlich ein nervenzehrender Herbst 2020 für die Einwohner Georgias: Der Staat wird vermutlich - anders als über viele Jahre - einen echten Präsidentschaftswahlkampf vor Ort erleben, den siebten Kongresswahlkreis wollen die Demokraten der GOP abjagen, während diese die Verluste des letzten Jahres zurückdrehen möchte. Jetzt also auch noch die Wahl gleich beider Senatssitze. Hab dazu mal ein bisschen recherchiert: Wenig überraschend ist es fast immer so, dass in einem solchen speziellen Fall die gleiche Partei beide Rennen für sich entscheidet - was ja auch logisch erscheint, insbesondere in Zeiten wie diesen, wo die Identifikation der Wähler mit einer der beiden Parteien historisch gesehen ungewöhnlich eng ist.

    http://www.centerforpolitics.org/crystalball/articles/the-minnesota-twins-a-comp lete-history-of-double-barrel-senate-elections/

    Aber die Wahlergebnisse zwischen der regulären Wahl mit amtierendem Senator und der außerplanmäßigen Wahl unterscheiden sich unter Umständen trotzdem erstaunlich stark. Bei der letzten solchen Doppelwahl in Minnesota im vergangenen Herbst setzte sich Amtsinhaberin Amy Klobuchar mit 60 zu 36 gegen ihren Herausforderer durch (+24), während die demokratische Kandidatin bei der gleichzeitig stattfindenden außerplanmäßigen Wahl nur 53 zu 42 obsiegte (+11). Der Unterschied zwischen den Ergebnissen ist schon frappierend, auch wenn am Ende beide Demokratinnen gewannen.

    https://en.wikipedia.org/wiki/2018_United_States_Senate_election_in_Minnesota

    https://en.wikipedia.org/wiki/2018_United_States_Senate_special_election_in_Minn esota

    Grundsätzlich ist in Georgia also alles vorstellbar: zwei republikanische Siege, zwei demokratische (mMn eher unwahrscheinlich, im Fall der Fälle aber der Super-GAU für die GOP) oder eben auch jeweils ein roter und ein blauer Sieger. Die Heimat von Coca Cola wird auf jeden Fall im Fokus stehen im November 2020.

  • RE: Senat 2020: Georgia

    saladin, 29.08.2019 11:48, Reply to #2
    #3

    Aber die Wahlergebnisse zwischen der regulären Wahl mit amtierendem Senator und der außerplanmäßigen Wahl unterscheiden sich unter Umständen trotzdem erstaunlich stark. Bei der letzten solchen Doppelwahl in Minnesota im vergangenen Herbst setzte sich Amtsinhaberin Amy Klobuchar mit 60 zu 36 gegen ihren Herausforderer durch (+24), während die demokratische Kandidatin bei der gleichzeitig stattfindenden außerplanmäßigen Wahl nur 53 zu 42 obsiegte (+11). Der Unterschied zwischen den Ergebnissen ist schon frappierend, auch wenn am Ende beide Demokratinnen gewannen.


    das ist nur logisch. der/die amtsinhaberIn ist bekannter, wurde auch schon von einer mehrheit gewählt, hat mehr geld in der wahlkampfkasse, hat mehr strukturelle unterstützumg von der partei, hat mehr menschen die ihr/ihm etwas schulden/verdanken und durch die doppelwahl keine vorwahlgegner UND einen leichteren gegner in der hauptwahl (weil der stärkere kandidat der oppositionspartei natürlich gegen den leichteren neuling im zweiten senatssitz antritt)

  • RE: Senat 2020: Georgia

    drui (MdPB), 29.08.2019 23:00, Reply to #3
    #4

    Latino-Voter in den Swing States mögen Trump laut Umfragen weniger wählen als noch 2016:

    https://www.vox.com/2019/8/28/20836799/latinx-voters-trump-democrats-2020-turnou t

    Und auch einst sichere rote Staten wie Texas könnten spannend werden: 34% der Latinos haben dort Trump gewählt, jetzt wären es noch 22% (-12%).

    Weitere Staaten: North Carolina (-22%), Virginia (-10%).

    Spannend für den Senat sind somit va. Staaten mit hohem Latino-Anteil, also Texas, Arizona, Florida und Nevada. In Georgia und North Carolina ist der Anteil eher niedrig (8% bzw. 9%), aber wachsend.

    Ein Selbstläufer wird das für die Dems aber nicht:

    “If Democrats assume that they can expect higher voter turnout based on feelings of political threat or angst without investing in voter mobilization, this will likely lead to disappointing electoral participation,” Notre Dame political science professor Ricardo Ramirez told Vox in 2018.

  • Senat 2020 und ein mögliches Impeachment / Iowa

    Wanli, 07.10.2019 23:41, Reply to #4
    #5

    Ein Impeachment Trumps ist mittlerweile wohl sehr wahrscheinlich; welche Auswirkungen könnte das auf die wichtigen Wahlen zum Senat haben? Die Umfragezahlen ein Impeachment (oder gar eine Amtsenthebung) betreffend werden natürlich nicht auf dem jetzigen Stand eingefroren bleiben, aber einige kleine Hinweise gibt uns auch der Status Quo.

    Die allermeisten von Demokraten gehaltenen Sitze repräsentieren Staaten, in denen eine Mehrheit der Bevölkerung ein Impeachment des POTUS begrüßen würde:

    Delaware 54-41 (+13)

    Illinois 59-36 (+23)

    Massachusetts 62-32 (+30)

    Michigan 51-45 (+6)

    Minnesota 52-43 (+9)

    New Hampshire 55-40 (+15)

    New Jersey 57-38 (+19)

    New Mexico 51-43 (+8)

    Rhode Island 60-35 (+25)

    Oregon 57-38 (+19)

    Virginia 50-45 (+5)

    In einem Staat sieht das natürlich ganz anders aus:

    Alabama 34-62 (-28)

    Der amtierende Senator Doug Jones ist sicherlich eh schon ein Underdog im kommenden Herbst, das in Alabama ausgesprochen unpopuläre Impeachment wird seine Situation eher noch ungemütlicher machen. Wenn sich abzeichnet, dass bei einem etwaigen Amtsenthebungsverfahren keine zwei Drittel für eine Entfernung Trumps aus dem Amt votieren werden, dann ist es auch gut vorstellbar, dass Jones ebenfalls dagegen stimmen wird; ob ihm das das Mandat rettet, darf allerdings bezweifelt werden.

    Arizona 49-48 (+1)

    Colorado 51-43 (+8)

    Maine 57-39 (+18)

    In einigen Staaten mit zur Wiederwahl stehenden GOP-Senatoren dann das umgekehrte Bild: In Arizona, Colorado und insbesondere Maine wird es für die Amtsinhaber wohl eher schwieriger, ihren Sitz zu halten. Die Platzhirsche könnten hier einen umgekehrten Jones in Erwägung ziehen und für die Amtsenthebung stimmen, aber ob dieses Manöver mehr bringt als einfaches Kurshalten mit dem Rest der GOP-Fraktion, ist auch sehr unsicher.

    Weitere von der GOP zu haltende Sitze repräsentieren Staaten, in denen eine Mehrheit dem Impeachment momentan ablehnend gegenüber steht, in einigen allerdings vergleichsweise knapp:

    Georgia 46-50 (-4)

    Iowa 46-50 (-4)

    Kansas 43-52 (-9)

    Kentucky 37-59 (-22)

    Montana 38-57 (-19)

    North Carolina 46-50 (-4)

    South Carolina 43-53 (-10)

    Texas 43-53 (-10)

    Wenn die Demokraten Alabama verlieren, müssten sie für eine Mehrheit noch einen dieser Sitze erobern, falls Arizona, Colorado und Maine allesamt gewonnen werden können. Iowa, North Carolina und die beiden Sitze in Georgia sehen hier am vielversprechendsten aus, der ja auch gelegentlich genannte Sitz in Texas wirkt demgegenüber deutlich schwerer erreichbar, hier scheint ein Impeachment den Demokraten nicht wirklich in die Karten zu spielen. Und der von Linken gehasste Mitch McConnell darf sich persönlich über die aktuellen Entwicklungen freuen, dürften sie seine (sowieso guten) Aussichten auf eine Wiederwahl doch noch verbessern.

    Etwa überraschend die Zahlen aus Kansas - eigentlich ein sicher roter Staat, der aber im letzten Jahr bereits einen demokratischen Gouverneur gewählt hat und in dem die Ablehnung eines Impeachments nicht so deutlich ist wie von mir erwartet.

    ----

    Die Webseite listet auch einige der Swing States bei der Präsidentschaftswahl auf; zumindest ausgehend von den aktuellen Zahlen ist das Impeachment da eher kein Gewinnerthema, andererseits sind die Zahlen auch nicht wirklich alarmierend für die Demokraten.

    Florida 47-49 (-2)

    Ohio 46-50 (-4)

    Nevada 50-46 (+4)

    Pennsylvania 46-49 (-3)

    Wisconsin 48-48 (-1 on rounding)

    https://www.dailykos.com/stories/2019/10/7/1890747/-How-does-impeachment-impact- the-2020-Senate-picture-So-far-looking-pretty-okay

    EDIT

    Die Demokraten haben in Iowa einen ganz attraktiven Kandidaten, denke ich. Michael Franken, Vizeadmiral im Ruhestand, einst Gegner des Irakkrieges, politischer Fokus auf der Bekämpfung des Klimawandels.

    https://www.youtube.com/watch?v=qkBgenyFs6w

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