Demokratische Präsidentschaftskandidatur 2020: Rangeln um die Pole Position

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  • RE: Wer muss einstecken?

    drui (MdPB), 15.01.2020 18:22, Répondre à #100

    Nun, die Debatte hat wohl keinen wirklichen Sieger produziert. Was bei der Electability von Frauen in den USA wichtig ist zu erwähnen:

    a) Hillary hat das popular vote mit über 3 Millionen Stimmen gewonnen, wäre nach demokratischen Maßstäben also heute Präsidentin.

    b) Es ging beim BBQ explizit um schwarze Wähler (welche diverse Rassismuserfahrungen haben, die um Längen schlimmer und realer sind als Grüners herbeifantasierte Diskriminierungen alter weißer Männer) und bei der Electibility von Frauen oder jungen Kandidaten um den spezifischen Gegner Donald Trump. Sanders Aussagen wurden dramatisiet, sind aber als Retourkutsche für seine Aufkündigung des progressiven Friedenspakts zu sehen. Diese ist für ihn mmn extrem unklug, denn selbst wenn er Warren schlägt, kann er ohne sie nie Kandidat werden. Er muss das gesamte progressive Lager überzeugen sowie kleine Teile der Moderaten, um Biden zu schlagen.

    c) Wie wichtig die Electability ist zeigt die Tatsache, dass Biden trotz aller Fettnäpfchen, Positionen weit vom demokratischen Mainstream und Physis nach wie vor in nationalen Umfragen unangefochten weit vorne liegt.

  • Gruppenzwang? / Marktfrage zu Iowa

    Wanli, 15.01.2020 19:29, Répondre à #101

    Man kann eine Frau, einen Schwulen, einen Migrationshintergründler, einen Behinderten etc. auch mal nicht wählen, ohne gleich frauenfeindlich, homophob, ausländerfeindlich, behindertenfeindlich etc. zu sein. Und man kann auch mal einen alten weissen Mann wählen, ohne gleich ein rassistisches Nazischwein zu sein.

    Ich denke, dass das kaum jemand bestreitet. Das ist wieder so die Agitation gegen spinnerte Vorstellungen, die Linke angeblich vertreten - wobei es knifflig wird, eine nennenswerte Zahl von Linken aufzutreiben, die das wirklich tun.

    Ich selbst würde eine Frau als Spitzenkandidatin der Demokraten sehr begrüßen, hätte den meisten der (ehemaligen) Kandidatinnen aber den weißen, männlichen und nicht mehr ganz jungen Jay Inslee - leider längst ausgeschieden - locker vorgezogen.

    Diese Erfahrung haben ja auch einige demokratische BewerberInnen jüngst machen dürfen: Cory Booker oder Kamala Harris haben wohl geglaubt, vor allem aufgrund ihrer Hautfarbe konkurrenzfähig zu sein (insbesondere in einem Staat mit hohem Schwarzenanteil wie South Carolina), wurden aber eines besseren belehrt, genau wie Julian Castro, der aufgrund seiner Herkunft glaubte, automatisch bei Latinos punkten zu können; auch seine Kandidatur ist längst Geschichte, wie auch die von Kirsten Gillibrand, die sich sehr offensiv als Vorkämpferin in Frauenfragen positionierte.

    Die Schwarzen, Latinos und Frauen sind eben nicht automatisch an Bord, nur weil man der gleichen (historisch gesehen) marginalisierten Gruppe angehört.

    Wie wichtig die Electability ist zeigt die Tatsache, dass Biden trotz aller Fettnäpfchen, Positionen weit vom demokratischen Mainstream und Physis nach wie vor in nationalen Umfragen unangefochten weit vorne liegt.

    Wobei ich nach wie vor nicht glaube, dass Joe wirklich wählbarer ist als die anderen, eher im Gegenteil. Aber nützt ja nichts: Bis jetzt sieht das eine (relative, nicht allzu eindrucksvolle) Mehrheit der Demokraten offenbar anders.

    Hab bei den Vorwahlmärkten der Vergangenheit immer gute Erfahrungen damit gemacht, bei Marktstart den Frontrunner konsequent abzuverkaufen: Hillary und Rudy 2008, Mitt 2012 und Jeb! 2016. Könnte sein, dass dieses bewährte Vorgehen diesmal nach hinten losgeht, obwohl ich Joe prinzipiell für einen schlechteren Kandidaten halte als Clinton, Romney oder Bush.

    Es spielt Biden natürlich auch in die Karten, dass die Übrigen allesamt erpicht scheinen, zunächst den Wettstreit um den Mantel des Biden-Gegners gegen den Rest des Feldes zu gewinnen, um Joe dann im Eins-gegen-Eins zu schlagen: eine Strategie nicht ohne Risiken allerdings.

    ----

    Mit Blick auf Iowa sollten wir beim Handeln im demnächst zu erwartenden Markt - danke dafür! - bedenken, dass es eine Neuerung gibt: Hatte die Partei früher nur bekanntgegeben, wie viele Delegierte die einzelnen Kandidaten ungefähr gewonnen haben, worauf dann ungefähr die erzielten Stimmenanteile geschätzt wurden, wird es diesmal viel transparenter.

    Öffentlich gemacht werden die Ergebnisse im ersten Wahlgang, bei dem alle Anwesenden (nach einer Diskussion) unterstützen können, wen sie wollen, und die des zweiten Wahlgangs, bei dem alle Fans von KandidatInnen, die weniger als 15% Zustimmung erhalten, sich (nach einer weiteren Diskussion) einem anderen Kandidaten anschließen oder als neutral gezählt werden müssen. Auf dem Ergebnis dieses zweiten Wahlgangs beruht dann (grob) die Verteilung der Delegierten.

    Welches Ergebnis berücksichtigen wir bei der Auswertung des Marktes? Ich wäre für den zweiten Wahlgang, da dieser ja das Caucus-Spezifische ist, das Iowa von den meisten übrigen Vorwahlen unterscheidet, könnte mir aber vorstellen, dass andere lieber das Ergebnis des ersten Wahlgangs tippen möchten. Wir sollten das auf jeden Fall zügig klären.

  • RE: Gruppenzwang? / Marktfrage zu Iowa

    Mirascael, 15.01.2020 19:57, Répondre à #102

    Man kann eine Frau, einen Schwulen, einen Migrationshintergründler, einen Behinderten etc. auch mal nicht wählen, ohne gleich frauenfeindlich, homophob, ausländerfeindlich, behindertenfeindlich etc. zu sein. Und man kann auch mal einen alten weissen Mann wählen, ohne gleich ein rassistisches Nazischwein zu sein.

    Ich denke, dass das kaum jemand bestreitet. Das ist wieder so die Agitation gegen spinnerte Vorstellungen, die Linke angeblich vertreten - wobei es knifflig wird, eine nennenswerte Zahl von Linken aufzutreiben, die das wirklich tun.

    Nicht schwer ist es allerdings, eine nennenswerte Zahl von Linken aufzutreiben, die übelste rassistische Beschimpfungen vom Leder lassen, sobald beispielsweise ein Schwarzer es wagt, sich eine eigene Meinung zu bilden und nicht das wählt, was er nach Auffassung der sich erleuchtet wähnenden Linken gefälligst zu wählen hat. Da fallen dann mitunter sämtliche Hemmungen.

  • RE: Gruppenzwang? / Marktfrage zu Iowa

    Wanli, 15.01.2020 20:07, Répondre à #103

    Hast Du ein Beispiel?

  • RE: Gruppenzwang? / Marktfrage zu Iowa

    Mirascael, 15.01.2020 21:44, Répondre à #104

    Hast Du ein Beispiel?

    Aus Deutschland JasonHD:

    Let's talk: Fanatische AfD-Hasserin

    Die Stelle suche ich jetzt aber nicht noch raus, dafür habe ich nicht die Zeit.

    Habe es aber auch schon von einer Menge amerikanischen Schwarzen auf youtube gehört (bei Candance Owens wurde das beispielsweise schon öfter mit verschiedenen Gästen thematisiert). Funktioniert aber auch bei Frauen und anderen mutmasslich benachteiligten Gruppen mit dem gleichen Schema.

    Dahinter stecken gruppendynamische Prozesse, die u. a. auch evolutionär bedingt sind.

    Habe gerade heute wieder einen spannenden Artikel gelesen, der die Thematik anschneidet:

    An Evolutionary Explanation for Unscientific Beliefs

  • RE: Gruppenzwang? / Marktfrage zu Iowa

    drui (MdPB), 16.01.2020 00:14, Répondre à #102

    Ich wäre für den zweiten Wahlgang, da dieser ja das Caucus-Spezifische ist, das Iowa von den meisten übrigen Vorwahlen unterscheidet, könnte mir aber vorstellen, dass andere lieber das Ergebnis des ersten Wahlgangs tippen möchten. Wir sollten das auf jeden Fall zügig klären.

    Ich wäre auch für den 2. Wahlgang. Es geht ja um die Deligierten und davon hat Iowa wenig genug.

  • RE: Marktfrage zu Iowa

    an-d, 16.01.2020 00:53, Répondre à #106

    Ja, das Argument ist gut. Jedoch: Der Ausgangsmarkt listet  Andere (im 2. WG eher unwahrscheinlich dass diese dort vertreten sind) und Klobuchar (im 2. WG sehr unwahrscheinlich).

  • RE: Marktfrage zu Iowa

    gruener (Luddit), 16.01.2020 01:57, Répondre à #107

    das erinnert alles sehr an wahlen, die im ersten wahlgang nicht entscheiden werden, weil die notwendige absolute mehrheit verfehlt worden ist.

    das fatale an der iowa-entscheidungsfindung ist, dass offenbar alles, was in der ersten runde keine 15 % erhält, am ende wohl unter den tisch fällt. darauf zu spekulieren, macht für den aktuellen markt nur wenig sinn - mind. zwei aktien dürften dann wohl mit 0 ausgeschüttet werden.

    daher interpretiere ich den vorliegenden markt so, dass das ergebnis des "ersten" wahlgangs prognostiziert werden soll.

    ******

    wichtig zu wissen wäre auch, ob sich lediglich das verfahren in iowa ändert oder ob davon weitere /alle caucusse und auch primaries betreoffen sind?

  • RE: Marktfrage zu Iowa

    drui (MdPB), 16.01.2020 03:59, Répondre à #108

    wichtig zu wissen wäre auch, ob sich lediglich das verfahren in iowa ändert oder ob davon weitere /alle caucusse und auch primaries betreoffen sind?

    Primaries wohl nicht, obwohl es in ganz wenigen einzelnen Staaten ev. ein Vorzugsstimmensystem gibt, das weiss ich nicht so genau. Grundsätzlich halte ich Caucuses für eher undemkokratisch und schlecht mit Märkten abzudecken, vielleicht verzichten wir nach Iowa darauf?

    Ok für mich, dass es der erste Wahlgang ist. Wir könnten bei weiteren Märkten auch einfach nur die Deligiertenverteilung prognostizieren.

  • RE: Marktfrage zu Iowa

    gruener (Luddit), 16.01.2020 04:23, Répondre à #109
    Ok für mich, dass es der erste Wahlgang ist. Wir könnten bei weiteren Märkten auch einfach nur die Deligiertenverteilung prognostizieren.

    schwierig!

    sich bei einem vote share markt um 2 oder 3 prozentpunkte zu vertun, fällt nicht wirklich ins gewicht - zumal, wenn die reihenfolge einigermaßen stimmt.

    sich aber bei 40 delegierten um 10 oder mehr zu verschätzen - s. u.a. bonus für den erstplatzierten - ist dann ein ganz anderer schnack.

    für solche märkte bräuchte es m.e. eine dreistellige teilnehmerzahl.

    zusammengefasst:

    • das erste ist hinnehmbar und irgendwie noch (als gut) zu "verkaufen"
    • das zweite kloppt man dann lieber gleich komplett in die tonne

    im weiteren bitte ich zu beachten: was macht die konkurrenz? die meisten umfragen ermitteln weiterhin prozente...

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